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Dr. Dina El Omari

Frau Dr. habil. Dina El Omari ist islamische Theologin und Mitarbeiterin am Exzellenzcluster Religion und Politik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Außerdem ist die Dozierende am Zentrum für Islamische Theologie.

Frau Dr. El Omari ist an vielen Forschungsprojekten beteiligt. Unter anderem ist sie Leiterin des Projektes Die Ambiguität islamisch-feministischer Diskurse in der Geschichte und Gegenwart und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Research Cloud Theologische Glaubenslehre und gelebte Religiosität sowie im Forschungsfeld Religionskritik und Religionsapologie als auch in den Theorieplattformen Medialität und Konflikt.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind Koran und Koranexegese, geschlechtergerechte Zugänge zum Koran, vergleichende Literaturwissenschaft im Bereich arabische und spanische Liebesdichtung mit dem Schwerpunkt auf der metaphorischen und motivischen Gestaltung sowie die Geschichte und Kultur in al-Andalus/Spanien.

Wir freuen uns, dass uns Frau Dr. El Omari in unserer Seelsorge-Ausbildung gerade mit ihren Forschungsschwerpunkten sehr unterstützt. Insbesondere die exegetische Quellenarbeit am Koran als der Primärquelle im Islam ist von grundlegender Bedeutung bei der Herausarbeitung von Haltungen und Prinzipien für den seelsorgerlichen Kontext, seien es z.B. (frauen)befreiende, humanistische, gerechtigkeitsfördernde, pluralistische oder zugewandte Grundhaltungen und Impulse. Ein „Zurück zum Text“ und seiner zeitgeschichtlichen Kontextualisierung bedeutet auch, überkommene Traditionen und politisch-kulturelle Einflüsse auf die Glaubensausformung sichtbar zu machen und eine Besinnung auf die eigentliche Textquelle zu ermöglichen. Hinter der Legitimierung von Machtstrukturen und bestimmten Geschlechterrollenerwartungen verbergen sich kulturell- traditionell und politisch-gesellschaftlich bedingt oft ein verengter Zugang zur Religion und eine missbräuchliche Inanspruchnahme von Religion. Es gibt Konstellationen in der Seelsorgetätigkeit, in denen es um die Frau und damit verbunden die Themenkomplexe Geschlechtergerechtigkeit, Familie, Kinder sowie Gewaltanwendung in Familie und Gesellschaft geht. Dabei gilt es, soziale, traditionelle kulturell-gesellschaftliche sowie individuell psychologische und den Bildungsstand betreffende Strukturen und Faktoren in die Betrachtung miteinzubeziehen. Oftmals wird vermeintlich religiös argumentiert. Hier kann exegetische Textarbeit Grundsätzliches leisten. Durch diese Arbeit am religiös normativen Text der Muslim*innen und unter Hinzuziehung der zeitgeschichtlichen Zusammenhänge und der Sunna kann die Nichtakzeptanz von repressivem Verhalten und Gewaltanwendung in Partnerschaft, Familie und Gesellschaft herausgearbeitet werden. Dadurch werden religiöse Argumentationsmuster entkräftet und befreiende Perspektiven eröffnet.